Einsatzbericht 15/2026 der Ocean Viking
In der Nacht vom 6. auf den 7. Oktober rettete die Besatzung der Ocean Viking in zwei Einsätzen 101 Menschen aus Seenot. Unter ihnen befinden sich schwangere Frauen, Kinder und unbegleitete Minderjährige. Während der Fahrt nach Italien wurde eine schwangere Frau mit ihrem Ehemann medizinisch evakuiert. Am 09. Oktober konnten die restlichen 99 Überlebenden in Neapel an Land gehen.
Einsatzbericht 15/2026 der Ocean Viking
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In der Nacht vom 6. auf den 7. Oktober rettete die Besatzung der Ocean Viking in zwei Einsätzen 101 Menschen aus Seenot. Unter ihnen befinden sich schwangere Frauen, Kinder und unbegleitete Minderjährige. Während der Fahrt nach Italien wurde eine schwangere Frau mit ihrem Ehemann medizinisch evakuiert. Am 09. Oktober konnten die restlichen 99 Überlebenden in Neapel an Land gehen.
Erster Einsatz: 60 Menschen in der libyschen SAR Region
Nach einem Hinweis von Alarm Phone und einem Alert des Frontex-Flugzeugs Osprey 2 rettete die Crew in der Nacht 60 Menschen aus einem seeuntüchtigen Schlauchboot in der libyschen Such- und Rettungsregion. Unter den Überlebenden waren 21 Frauen – fünf davon schwanger – sowie 12 Kinder, von denen vier unbegleitet und sechs unter 14 Jahren alt sind.
Die Überlebenden hatten zwei Tage ohne Wasser und Verpflegung auf See verbracht. Viele wiesen Treibstoffverbrennungen auf und befanden sich in einem erschöpften Zustand.
Francesca Volpi, Kommunikationskoordinatorin an Bord der Ocean Viking, berichtet:
„Einer der Überlebenden, ein Mann aus dem Sudan, begann mir seine Geschichte zu erzählen, während er noch auf Essen wartete, bevor er überhaupt eine Decke erhalten hatte. Er sagte, er sei hungrig und schwindelig vor Hunger, und dass alle auf diesem Schiff freundlich zu ihm seien. Er erzählte, dass er in seinem Land schlecht behandelt wurde, nach Ägypten und dann nach Libyen gereist sei, wo er immer wieder geschlagen wurde, eine Nacht im Gefängnis verbrachte und viel Gewalt erlebte. Er erzählte das mit Tränen in den Augen."
Zweiter Einsatz: 41 Menschen in der maltesischen SAR Region

Nur wenige Stunden später rettete die Crew nach einem weiteren Hinweis von Alarm Phone 41 Menschen aus einem teilweise luftleeren Schlauchboot in der maltesischen Such- und Rettungsregion. Darunter waren 16 unbegleitete Minderjährige im Alter von 14 bis 17 Jahren sowie 7 Frauen. Sie berichteten von zwei Nächten ohne Essen und Wasser.
07. 10.: Medizinische Evakuierung
Abends wurde eine neun Monate schwangere Frau von einem Patrouillenboot der italienischen Küstenwache medizinisch nach Lampedusa evakuiert. Die Ocean Viking kann eine Grundlage an medizinischer Versorgung anbieten. Um eine vollständige medizinische Versorgung zu gewährleisten ist es wichtig, dass sie an Land versorgt werden. Sie wird von ihrem Ehemann begleitet, mit dem sie unterwegs war. Wir wünschen den werdenden Eltern alles Gute und eine Aussicht auf ein Leben in Sicherheit.
09.10.: Sicherer Hafen
Als sicherer Hafen wurde Neapel wurde zugewiesen, der drei weitere Tage Fahrt entfernt ist. Für die Überlebenden, die bereits mehrere Tage auf See verbracht haben, bedeutet die lange Weiterfahrt eine zusätzliche Belastung und weitere Erschöpfung. Besonders die Frauen, Schwangere und Kinder an Bord sind davon betroffen. Alle verbliebenden 99 Überlebenden, darunter 29 Minderjährige und 27 Frauen, konnten am Freitagabend in Neapel sicher an Land gehen.

Fotocredits: Lucien Migné / SOS MEDITERRANEE & Francesca Volpi / SOS MEDITERRANEE
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