Einsatzbericht 4/2026 der Ocean Viking
Am 5. März konnte die Besatzung der Ocean Viking in zwei Einsätzen insgesamt 100 Menschen, darunter 19 unbegleitete Minderjährige, aus Seenot in der libyschen und maltesischen SRR evakuieren. Als sicherer Hafen wurde Ancona zugewiesen.
Einsatzbericht 4/2026 der Ocean Viking
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Am 5. März konnte die Besatzung der Ocean Viking in zwei Einsätzen insgesamt 100 Menschen, darunter 19 unbegleitete Minderjährige, aus Seenot in der libyschen und maltesischen SRR evakuieren. Als sicherer Hafen wurde Ancona zugewiesen.
05.03. morgens: Evakuierung von 36 Personen
Am 4. März, gegen 22 Uhr, erhielt die Brücke der Ocean Viking von Alarm Phone eine Meldung über ein Boot, das 57 Seemeilen nördlich von Tripolis, Libyen, treibend aufgefunden worden war.
Die Ocean Viking befand sich auf dem Weg nach Norden, um Schutz zu finden vor sich verschlechternden Wetterbedingungen, kehrte jedoch sofort um und nahm Kurs auf die letzte bekannte Position des Bootes.
Bereits um 5 Uhr morgens entdeckte die Besatzung auf der Nachtbrücke ein Licht in der Dunkelheit. Ein kleines, stark überfülltes Schlauchboot wurde sichtbar.
Nach schwierigen Manövern wurden zwei RIBs zu Wasser gelassen, um die Menschen einzeln an Bord zu bringen. Insgesamt 36 Personen konnten so in Sicherheit gebracht werden. Unter den Geretteten befinden sich acht unbegleitete Minderjährige.

Die Überlebenden waren durchnässt, geschwächt und unterkühlt. Viele standen unter dem Einfluss starker Benzindämpfe und zeigten neurologische Symptome durch die Inhalation. Sie berichteten, dass sie nach ihrer Flucht aus Tripolis zwei Nächte auf See verbracht hatten.
05:03. abends: Evakuierung von weiteren 64 Personen
Nachdem wir Ancona als sicheren Ort für die Ausschiffung der 36 Menschen aus der ersten Rettungsaktion erhalten hatten, erhielten unsere Crew von Alarm Phone eine Meldung über ein weiteres Boot in Seenot.
Es handelte sich um ein überfülltes Holzboot in der maltesischen Such- und Rettungsregion etwa 30 Seemeilen von dem Standort der Ocean Viking entfernt mit 64 Personen an Bord. Wir erhielten von den italienischen Behörden die Genehmigung, unsere Ankunft in Ancona zu verzögern, und zur letzten bekannten Position des Notfalls, der später von der Besatzung der Albatross Uno gesichtet wurde, zu fahren.

Wir nahmen die Überlebenden – darunter Frauen und elf unbegleitete Minderjährige – an Bord, um sie zu versorgen. Die Geretteten litten unter Kältestress, Seekrankheit und Erschöpfung. Einige von ihnen haben Verletzungen, die sofort von unserem Rettungsteam versorgt wurden.
Es befinden sich nun 100 Menschen an Bord, die sich erholen.
09.03.: Anlandung in Ancona
Als sicherer Hafen wurde Ancona zugewiesen. Die Fahrt nahm vier Tage in Anspruch. Die Zuweisung weit entfernter Häfen verlängert unnötig das Leid der Überlebenden und führt zu verringerten Rettungskapazitäten im Einsatzgebiet. Während der Fahrt nach Ancona erreichten die Ocean Viking weitere Notrufe von Booten in Seenot, hunderte Kilometer entfernt. Manche Menschen wurden zurück nach Libyen gebracht, andere von der italienischen Küstenwache gerettet, über das Schicksal weiterer Boote wissen wir nichts.
Nach mehr als vier Tagen auf See konnten die 100 Überlebenden aus zwei Rettungseinsätzen am 9. März endlich in Ancona an Land gehen. Viele von ihnen, darunter auch Jugendliche, sind seit Jahren auf der Flucht vor Krieg, Verfolgung und Gewalt in ihren Heimatländern und Libyen.

Fotocredits: Ville Maali / SOS MEDITERRANEE
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