Ahmed*: Wenn mein Land wieder sicher ist, möchte ich zurückkehren
Ahmed* floh aus Somalia nach Libyen. Dort erlebte er Gewalt und Erpressung. Er wurde am 31. Dezember von der Crew der Ocean Viking gerettet. Sein größter Traum ist es, eines Tages Pilot zu sein.
Ahmed*: Wenn mein Land wieder sicher ist, möchte ich zurückkehren
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Ahmed* floh aus Somalia nach Libyen. Dort erlebte er Gewalt und Erpressung. Er wurde am 31. Dezember von der Crew der Ocean Viking gerettet. Sein größter Traum ist es, eines Tages Pilot zu sein.
Ahmed* floh aus Somalia nach Libyen. Dort erlebte er Gewalt und Erpressung. Er wurde am 31. Dezember von der Crew der Ocean Viking gerettet. An Bord erzählte er uns seine Geschichte:
"Ich komme aus Somalia und bin 20 Jahre alt. Ich habe in Libyen gelebt, im Stadtteil Abu Salim. Ich habe 100 Dollar pro Monat für eine Unterkunft bezahlt, aber die Bedingungen dort waren sehr schlecht, und es gab keine Bewegungsfreiheit. Der somalische Verantwortliche nutzte es, um Migrant*innen aus Somalia, Eritrea und anderen Ländern unterzubringen.
Das Haus hatte vier Zimmer und etwa 25 Menschen lebten dort – 20 Frauen und fünf Männer. Der Mann kassierte von allen Geld, eine große Summe, wenn man bedenkt, dass jeder 100 Dollar zahlte, aber er stellte weder Wasser noch Essen zur Verfügung. Wer kein Geld hatte oder sich weigerte, Anweisungen zu folgen, musste gehen.
Ich habe für den ersten Monat bezahlt. Eines Tages sagte ich ihm, dass ich kein Geld mehr hätte, und er befahl mir zu gehen. Ich sagte ihm, dass ich sonst nirgendwo hin könnte. Ich schlief draußen auf der Straße und klopfte an die Tür, um wieder hereingelassen zu werden, aber er ließ mich draußen. Am nächsten Morgen kamen vier libysche Männer und bestraften mich schwer. Sie schlugen mich fünf oder sechs Stunden lang und nahmen mir mein Handy weg.
Ein anderes Mal wurde ich verhaftet und mit einem Stück Holz auf die Nase geschlagen. Sie verlangten 17.000 Dollar.
Ein weiteres Mal wurde ich auf dem Weg nach Zuwara festgehalten. Sie verlangten 1.000 Dollar von mir. Ich hatte das Geld nicht, also schlugen sie mich.
Ich wurde 15 Tage lang eingesperrt. Während dieser Zeit wurde ich wiederholt mit Stöcken geschlagen. Letztendlich schickte meine Mutter Geld und ich wurde freigelassen.
Flucht nach Italien
Ich begann meine Flucht nach Italien von Sabrata aus. Ein libyscher Mann gab uns ein kleines Boot. Wir waren 13 Menschen an Bord, darunter drei Babys und zwei Frauen. Das Boot hatte einen sehr kleinen Tank, etwa 10 Liter. 13 oder 14 Stunden lang bekamen wir kein Wasser.
Ich sah Menschen, die Schmerzen hatten und sich übergaben.
Ahmeds* Träume
Ich habe Somalia verlassen, weil dort weit verbreitete Korruption herrscht und Kämpfe zwischen Regierungstruppen und der Al-Shabaab-Gruppe stattfinden. Ich bin geflohen, weil es dort keine Sicherheit gibt und es ein sehr gefährlicher Ort ist. Selbst Regierungssoldaten können dich töten, wenn sie Geld verlangen und du nicht bezahlen kannst. Aber wenn mein Land wieder sicher ist, möchte ich zurückkehren.
Ich habe viele Träume, aber mein größter Traum ist es, Hubschrauber- oder Flugzeugpilot zu werden und am Himmel zu fliegen."
*Name wurde zum Schutz des Überlebenden geändert.
Fotocredits: Tess Barthes / SOS MEDITERRANEE
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