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Dhikra*: Als Frau konnte ich wegen der sexualisierten Gewalt nicht bleiben

8
March
2026

Dhikra* floh auf Drängen ihrer Familie aus dem Sudan. Sie berichtet über Gewalt in Libyen, und über ihre Liebe zu ihrem Heimatland.

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Dhikra*: Als Frau konnte ich wegen der sexualisierten Gewalt nicht bleiben

Heimatland

Sudan

Rettungsdatum

16
January
2026

Alter

24

Dhikra* floh auf Drängen ihrer Familie aus dem Sudan. Sie berichtet über Gewalt in Libyen, und über ihre Liebe zu ihrem Heimatland.

Dhikra* ist 24 Jahre alt und kommt aus dem Sudan. Sie war Teil einer Gruppe von 46 Menschen, die am 16. Januar aus einem seeuntüchtigen Schlauchboot in Seenot gerettet wurden.

Viele der Menschen an Bord waren in einem sehr schlechten Zustand, da sie Treibstoffdämpfe eingeatmet hatten. Kurz bevor sie im Hafen von Palermo die Ocean Viking verließ, schrieb Dhikra* ein Gebet auf eine Zeichnung der sudanesischen Flagge, die in dem Schutzraum für Frauen zurückblieb.

„Ich habe es für mein Land geschrieben. Der Sudan ist mein Himmel. Ich habe Gott gebeten, ihn zu beschützen.“

Für Dhikra* ist der Sudan mehr als die Bilder des Krieges. Er ist Erinnerung, Schönheit und Stolz. Sie spricht von Landschaften fernab der Städte und von antiken Pyramiden, die oft im Schatten der ägyptischen stehen.

„Der Sudan ist nicht nur Krieg und Zerstörung. Ich trage die Erinnerung an einen guten Sudan in mir.“

Als die Gewalt eskalierte, wurde es unmöglich zu bleiben, besonders als Frau. Ihre Familie bestand darauf, dass sie ging, um sich zu schützen.

„Das Leben dort wurde unsicher, besonders für Frauen aufgrund von sexualisierter Gewalt. Meine Familie bestand darauf, dass ich gehe, um mich zu schützen.“

Gefährliche Flucht  

Sie überquerte die Sahara allein, reiste mit Fremden, darunter Familien mit Kindern, bei extremer Hitze, in einem Fahrzeug, das nicht genug Treibstoff und Wasser hatte. In Libyen war sie mit Gefangenschaft und Gewalt konfrontiert, erlebte aber auch Menschlichkeit.

„Es gibt überall gute und schlechte Menschen.“

Heute richtet Dhikra* ihren Blick nach vorn. Sie studierte im Sudan Kunsthandwerk und hofft, weiterhin künstlerisch zu arbeiten und zugleich das landwirtschaftliche Wissen ihrer Familie einzubringen.

„Ich möchte Europa etwas von dem zurückgeben, was ich im Sudan gelernt habe.“

‍

*Der Name wurde zum Schutz der Überlebenden geändert.

Fototcredit: Tess Barthes / SOS MEDITERRANEE

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