Einsatzbericht 5/2026 der Ocean Viking
Am 19. März konnte die Besatzung der Ocean Viking in einem Einsatz insgesamt 116 Menschen, darunter 39 unbegleitete Minderjährige, 13 Frauen, ein Kind und zwei Babys, aus der überlappenden maltesischen und tunesischen SRR evakuieren. Die Personen befanden sich auf der Miskar Gasplattform, auf der sie am 16. März Schutz suchten, nachdem sie in einen Sturm geraten waren. Als sicherer Hafen wurde Marina di Carrara zugewiesen.
Einsatzbericht 5/2026 der Ocean Viking
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Am 19. März konnte die Besatzung der Ocean Viking in einem Einsatz insgesamt 116 Menschen, darunter 39 unbegleitete Minderjährige, 13 Frauen, ein Kind und zwei Babys, aus der überlappenden maltesischen und tunesischen SRR evakuieren. Die Personen befanden sich auf der Miskar Gasplattform, auf der sie am 16. März Schutz suchten, nachdem sie in einen Sturm geraten waren. Als sicherer Hafen wurde Marina di Carrara zugewiesen.
16.03.: Vor der Evakuierung
Nach einem Notruf von Alarm Phone, der bereits am 16. März einging, waren Menschen auf der Gasplattform Miskar, in der überlappenden maltesischen und tunesischen SRR, gestrandet. Die Ocean Viking nahm durch die Ausläufer eines Sturms Kurs in Richtung Süden zur Plattform. Die Überlebenden waren vier Nächte lang auf der Plattform gestrandet, nachdem die beiden Boote, mit denen sie unterwegs waren, vom Medican erfasst worden waren.
Alle für ihre Sicherheit verantwortlichen Stellen waren seit Sonntag informiert. Dennoch haben zuständige Staaten wie Malta keine Rettungsmaßnahmen ergriffen.
Auf dringende Aufforderung von UpRights, StraLi und Ärzte ohne Grenzen hin hat der Menschenrechtsausschuss der Vereinten Nationen gestern vorläufige Maßnahmen erlassen und die zuständigen Behörden aufgefordert, die Rettung der Überlebenden und die sichere Ausschiffung sicherzustellen.
Die Freigabe zur Evakuierung dauerte, da alle involvierten Parteien, darunter das tunesische MRCC, die Besatzung der Plattform, das Menschenrechtskomitee und der norwegische Flaggenstaat unserer Ocean Viking zustimmen mussten.
Die Besatzung der Plattform versicherte uns in der Zwischenzeit, dass die Menschen mit Essen und Wasser versorgt würden und, dass sich unter den Überlebenden keine lebensbedrohlichen medizinischen Fälle mehr befänden. Vier Personen, die zu schwach waren, seien bereits auf das Versorgungsschiff Maridive 703 gebracht und von der tunesischen Marine nach Sfax evakuiert worden.

19.03.: Evakuierung der Personen
Nach einem Tag und einer Nacht vor Ort und der Abwägung verschiedener Vorgehensweisen, einschließlich der Zusammenarbeit mit den Segelbooten Nadir und Trotamar III, erhielten wir alle notwendigen Freigaben, um mit der Rettung der Menschen zu beginnen und sie auf die Ocean Viking zu bringen.
Zwei RHIBs wurden zu Wasser gelassen und dank der hervorragenden Zusammenarbeit mit der Besatzung der Plattform brachten wir zunächst die medizinischen Fälle, Frauen und Babys, gefolgt von den übrigen Überlebenden, an Bord.

19.03: Nach der Evakuierung
An Bord der Ocean Viking befinden sich nun insgesamt 116 Menschen, darunter 39 unbegleitete Minderjährige, 13 Frauen, ein Kind und zwei Säuglinge. Die Überlebenden stammen aus 17 verschiedenen Ländern und harrten insgesamt sechs Tage auf See aus.
Es gibt keine besorgniserregenden medizinischen Fälle, einige Menschen haben Verletzungen. Manche berichten von den zwei Nächten auf dem Boot, mitten im Sturm. Menschen seien über Bord gefallen und verschwunden. Die Boote waren jeweils in Libyen gestartet. Einige Überlebende gaben an, bei vorherigen Versuchen das zentrale Mittelmeer zu überqueren, nach ihrer Abfangung auf See von tunesischen Streitkräften an libysche Milizen verkauft worden zu sein. Andere berichteten, über Monate hinweg von verschiedenen bewaffneten Gruppen in Libyen festgehalten und versklavt worden zu sein. In den Haftlagern hätten viele Menschen ihr Leben verloren.

23.03.: Sicherer Hafen
Nach 3,5 Tagen auf See und einer Strecke von rund 1.100 Kilometern von der Plattform Miskar aus konnte das Team schließlich 116 Überlebende sicher nach Marina di Carrara bringen, dem von den italienischen Behörden zugewiesenen sicheren Ort. Mehr als ein Drittel der Geretteten waren unbegleitete Minderjährige und damit besonders schutzbedürftig.
Ursprünglich war Genua als sicherer Hafen vorgesehen, jedoch wurde der Zielort durch das italienische MRCC aufgrund fehlender Anlegekapazitäten nach Marina di Carrara verlegt. Das Schiff erreichte den Hafen am frühen Morgen des 23. März, die anschließende Ausschiffung dauerte mehrere Stunden.
Die Zuweisung weit entfernter Häfen verlängert unnötig das Leid der Überlebenden und führt zu verringerten Rettungskapazitäten im Einsatzgebiet.
Fotocredit: Ville Maali / SOS MEDITERRANEE
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