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Adam*: Ich möchte ein Fürsprecher sein. Um Menschen zu helfen.

17
March
2026

Adam* kommt aus Somalia und ist 26 Jahre alt. Was als vermeintliche Reise begann, endete in Entführung, Haft, Gewalt und Angst – im Sudan und Libyen. Dort verbrachte er zwei Monate in einem Lager ohne ausreichend Essen, Schutz, Schlaf und Versorgung.

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Adam*: Ich möchte ein Fürsprecher sein. Um Menschen zu helfen.

17
March
2026

Heimatland

Somalia

Rettungsdatum

31
December
2025

Alter

26

Adam* kommt aus Somalia und ist 26 Jahre alt. Was als vermeintliche Reise begann, endete in Entführung, Haft, Gewalt und Angst – im Sudan und Libyen. Dort verbrachte er zwei Monate in einem Lager ohne ausreichend Essen, Schutz, Schlaf und Versorgung.

Adam* ist 26 Jahre alt und wurde im Dezember letzten Jahres von einem Handelsschiff aus Seenot gerettet. Kurz darauf wurde er gemeinsam mit 32 weiteren Überlebenden auf die Ocean Viking gebracht. Er floh aus einem Gefangenenlager, zuvor wurde er entführt und seine Familie erpresst. An Bord erzählt uns Adam* außerdem von seinen Hoffnungen für die Zukunft und seinem Traum, anderen zu helfen.

Entführung und Freiheitsberaubung in Sudan und Libyen

„Lass mich dir eine kurze Geschichte zu mir erzählen. Mein Name ist Adam*. Ich wurde in Somalia geboren. Ich bin 26 Jahre alt.  

Ich kam aus Somalia, bevor ich mit einer Gruppe von Leuten reiste. Sie sagten mir, dass es eine Reise von Kismayo, irgendwo in Somalia, nach Addis Abeba, Äthiopien, gibt. Nachdem ich in Addis Abeba ankam, wurden ich und andere von einer Gruppe entführt und in den Sudan gebracht. In ein Lager, in dem Menschen festgehalten werden. Ich war zwei Monate dort. Es gab kein Essen, keinen Schutz, nicht genug Wasser. Das Lager besteht aus verschiedenen Teilen. Der schlimmste Teil ist dort, wo die Menschen hingebracht werden, wenn sie die Summe von 17.000 Euro, 17.000 US Dollar nicht bezahlen. Das Geld hatte meine Familie nicht, weil es sehr viel Geld ist.  

Als ich in Libyen war, gab es oft problematische Situationen. Zweimal Gefängnis** durch die libysche Polizei. Sie haben mich verhaftet. Schon zuvor hatte ich gesundheitliche Probleme wie Nierensteine, Fettleber Stadium 1, Gallensteine. Während ich in Libyen war, sechs Monate plus zwei Monate im Lager, habe ich nicht genug geschlafen wegen der Angst vor den Libyern. Sie klopfen nachts an die Tür und sammeln alle Leute ein. Das ist das Problem.  

Jetzt bin ich glücklich. Ich fühle mich gut. Hier auf dem Schiff Ocean Viking habe ich drei Nächte gut geschlafen, weil ich mich gerade sicher fühle.“

Crewmitglied: „Darf ich dir eine Frage stellen? Warum – wenn du dich wohlfühlst darauf zu antworten – hast du Somalia verlassen?“

„Weil sie mir sagten, dass es eine Touristenreise gäbe. Weil ich es mag, Tourist zu sein, von einer Stadt zur nächsten zu reisen. Sie erzählten mir, dass es eine Reise nach Addis Abeba gibt. Und ich wusste nicht, was als Nächstes passieren sollte: Sie haben uns entführt. Diese Gruppe ist eine schlechte Gruppe. Sie verkaufen die Menschen. Sie verkaufen die Menschen, kassieren ihr Geld. Wenn du das Geld nicht hast, töten sie dich. Ich war zwei Monate in diesem Lager. Aber Gott sei Dank bin ich weggelaufen. Ich und die anderen, in die Sahara. In der Nähe von Kufra, Libyen. Danach kam ich nach Kufra, dann nach Tripolis, die Hauptstadt Libyens. Es ist kein guter Ort. Du kannst dort nicht richtig laufen. Du kannst nicht richtig schlafen, du kannst nicht richtig essen. Du kannst nicht von einer Stadt in eine andere fahren.“  

Adam*s Traum

Crewmitglied: „Jetzt, wo du endlich Europa erreichen wirst, was ist dein Traum?“

„Mein Traum ist es, eine Fähigkeit zu erlernen. Eine Fähigkeit zu erlernen, und das Land, in das ich gehe, das europäische, weiter zu entwickeln. Vor der Arbeit musst du die Fähigkeit erlernen.“  

Crewmitglied: „Welche Art von Fähigkeit möchtest du erlernen?“

„Ingenieur. Oder zum Beispiel Fotograf, soziale Medien –  um Menschen wie mir zu helfen, die sich in Gefangenenlagern in Libyen, Syrien, Somalia befinden. Ich möchte mich einsetzen, ich möchte ein Fürsprecher sein. Um Menschen zu helfen. Das ist mein Traum.“

Crewmitglied: „Vielen Dank.“

„Danke.“

* Name wurde zum Schutz des Überlebenden gerettet.

** Überlebende sprechen oft von "Gefängnis" oder "Haftanstalt", wenn sie sich auf inoffizielle Gefangenenlager beziehen.

Videocredit: Tess Barthes / SOS MEDITERRANEE

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