Einsatzbericht 2/2026 der Ocean Viking – Bergung einer Person
Am 30. Januar 2026 barg die Crew der Ocean Viking den leblosen Körper einer Frau. Es wird vermutet, dass sie zu den mehr als 1.000 Menschen gehört, die während des Zyklons "Harry" verschwunden sind. Am 31. Januar 2026 konnte die Frau im Hafen von Syrakus (Sizilien) würdevoll an Land gebracht werden.
Einsatzbericht 2/2026 der Ocean Viking – Bergung einer Person
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Am 30. Januar 2026 barg die Crew der Ocean Viking den leblosen Körper einer Frau. Es wird vermutet, dass sie zu den mehr als 1.000 Menschen gehört, die während des Zyklons "Harry" verschwunden sind. Am 31. Januar 2026 konnte die Frau im Hafen von Syrakus (Sizilien) würdevoll an Land gebracht werden.
Sturm “Harry” im zentralen Mittelmeer
Das Sturmtief “Harry” wütete Ende Januar in Süditalien, inklusive Sizilien und Sardinien, sowie Teilen Maltas. Es kam zu orkanartigen Winden mit bis zu 150 Stundenkilometern, enormen Regenfällen und Wellen bis zu 16 Metern; laut Medienberichten die höchste jemals im Mittelmeer aufgezeichnete Welle zwischen Malta und Sizilien, wo die Ocean Viking unterwegs war.
Einsatz ohne Rettung
Am 30. Januar 2026 entdeckte die Besatzung der Ocean Viking einen Körper im Wasser. Das Team barg daraufhin innerhalb der maltesischen Such- und Rettungsregion (SRR) den leblosen Körper einer Frau.
Sie könnte eine der Personen sein, die vermisst wurden, als Zyklon "Harry" die zentrale Mittelmeerregion traf, sie konnte jedoch nicht weiter identifiziert werden. In der Tasche des Opfers fand die Crew tunesisches Geld. Das deutet darauf hin, dass sie aus Tunesien aufgebrochen war und zu den Hunderten von Menschen gehören könnte, die in den vergangenen Tagen nach der Abfahrt aus Sfax als vermisst gemeldet wurden.
Nicht der einzige Todesfall
Auch andere zivile Seenotrettungsorganisationen waren mit den Folgen des Sturms konfrontiert. Die Besatzung der Humanity 1 von SOS Humanity sichtete ebenfalls zwei verstorbene Menschen.
Die von der Ocean Viking geborgene Frau steht stellvertretend für die vielen unsichtbaren Toten im Mittelmeer. Sie verdeutlicht, dass hinter jeder Zahl eine Person mit einer eigenen Geschichte steht.
Würdevoller Abschied
Am 31. Januar wurde im zugewiesenen Hafen von Syrakus (Sizilien) eine Zeremonie zu ihrem Gedenken für sie abgehalten. Die Crew bastelte bunte Papierblumen und legte sie auf ihren Sarg. Nach einer Schweigeminute wurde ein Text verlesen, den ein Crewmitglied zum Gedenken an die Verstorbene geschrieben hatte. Anschließend erklang das Schiffshorn der Ocean Viking — eine maritime Tradition zum Gedenken an jene, die auf See ihr Leben verloren haben.

Viele Vermisste, wenig Gewissheit
Dieser Todesfall ist leider nur einer von vielen der vergangenen Woche. Während ein offizieller Bericht von 380 gesichert als vermisst Gemeldeten spricht, schätzt “Refugees in Lybia”, dass im Rahmen von Zyklon “Harry” rund 1.000 Leben auf hoher See verschollen sind.
Mit dieser Schätzung könnte es sich um eine der größten Katastrophen der letzten Jahre handeln.
Seit 2014 gelten über 32.000 Menschen im Mittelmeer als vermisst.
Fotocredits Titelbild: Claire Juchat / SOS MEDITERRANEE
Fotocredits: Mathieu Golinvaux
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