Kebba*: Als ich das Plastikboot sah, hatte ich Angst.
Kebba floh mit 17 Jahren aus Gambia und überlebte Gewalt und Gefangenschaft in Libyen. Lies hier ihre Geschichte.
Kebba*: Als ich das Plastikboot sah, hatte ich Angst.
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Kebba floh mit 17 Jahren aus Gambia und überlebte Gewalt und Gefangenschaft in Libyen. Lies hier ihre Geschichte.
Kebba* war erst 17 Jahre alt, als sie aus Gambia über Mali nach Libyen floh. In Libyen erlebte sie Gewalt, Gefangenschaft und wurde dazu gezwungen, für ihre Freilassung zu bezahlen. An Bord der Ocean Viking erzählte sie uns von ihrer Flucht:
„Seit ich Gambia verlassen habe, habe ich 25.000 Dollar [ca. 23.000 Euro] bezahlt. Mein Weg führte durch Mali und ich blieb über ein Jahr in Libyen. Ich wurde zusammen mit einem Freund, mit dem ich unterwegs war, ins Gefängnis** gebracht. Ihm wurde von Wachleuten in die Füße geschossen, weil sie Geld verlangten, das wir nicht hatten. Ich musste ihn in Libyen zurücklassen.
Seit letztem Oktober gab ich den Wärtern immer wieder Geld, damit sie mich freilassen. Der Mann, den ich bezahlte, sagte mir immer wieder, er könne mich „morgen, morgen“ herausholen. Am Ende dauerte es acht Monate.
Gefährliche Flucht übers Mittelmeer
Eines Tages nahm er mich schließlich mit und brachte mich gemeinsam mit anderen Menschen an den Strand. Er sagte nur, er würde mir einen Ausweg verschaffen, aber ich wusste nicht, welche Art von Boot es sein würde oder wie viele Personen darauf sein würden. Als ich das Plastikboot sah, hatte ich Angst und war verwirrt: Wir waren zu viele, und dieses Plastikding kann man kaum ein Boot nennen. Aber ich hatte keine andere Wahl, als einzusteigen. Ich hatte über Monate mein ganzes Geld bezahlt, und einige der Männer am Strand waren bewaffnet.
Wir wurden in der Nacht hinausgeschoben. Nach der Abfahrt war es unheimlich still. Alle hatten Angst. Tagsüber war es sehr heiß, wir hatten weder Wasser noch Essen bekommen, und mir wurde schwindelig. Ich begann, mich dem Spirituellen zuzuwenden, weil das das Einzige war, was mir noch blieb.
Danke, dass ihr zu uns gekommen seid – wir wären sonst heute nicht mehr hier.“
* Name wurde zum Schutz der Überlebenden geändert.
** Überlebende nutzen oftmals den Begriff „Gefängnis“, wenn sie sich auf inoffizielle Gefangenenlager beziehen.
Fotocredits: Claire Juchat / SOS MEDITERRANEE
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