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Ich bin die erste afghanische Frau, die eine Silbermedaille gewann.

8
March
2025

Shararah* ist eine 25-jährige Muay Thai-Kämpferin aus Afghanistan. Sie wurde am 15. Dezember 2024 zusammen mit 128 anderen Überlebenden in einer schwierigen Rettung aus Seenot evakuiert. Sie befanden sich im Ionischen Meer nahe der italienischen Küste auf einem 15-Meter langen seeuntüchtigen Fischkutter aus Stahl. Die Überlebenden berichteten unseren Teams, dass sie zwischen dem 8. und 9. Dezember von Izmir in der Türkei aus aufbrachen und bis zu sechs Tage auf See waren.

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Ich bin die erste afghanische Frau, die eine Silbermedaille gewann.

Shararah

Heimatland

Afganistan

Rettungsdatum

15
December
2024

Alter

25

Shararah* ist eine 25-jährige Muay Thai-Kämpferin aus Afghanistan. Sie wurde am 15. Dezember 2024 zusammen mit 128 anderen Überlebenden in einer schwierigen Rettung aus Seenot evakuiert. Sie befanden sich im Ionischen Meer nahe der italienischen Küste auf einem 15-Meter langen seeuntüchtigen Fischkutter aus Stahl. Die Überlebenden berichteten unseren Teams, dass sie zwischen dem 8. und 9. Dezember von Izmir in der Türkei aus aufbrachen und bis zu sechs Tage auf See waren.

Shararah* wurde in Kabul geboren und begann im Alter von zehn Jahren mit dem Boxen. Der Kampfsport liegt ihrer Familie im Blut: „Mein Bruder ist Taekwondo-Lehrer, und meine Schwester ist ebenfalls Muay-Thai Champion.”

"Ich mag Muay Thai, weil es ein harter Sport ist – angeblich nichts für Mädchen. In Afghanistan gehen Mädchen weder zur Schule noch treiben sie Sport. Doch meine Mutter hat meine Leidenschaft immer unterstützt und an mich geglaubt.”

“Dank meiner Leidenschaft konnte ich nach Thailand und in die USA reisen. Ich trainierte mit Shukria Bahmani, einer Muay-Thai-Kämpferin und Goldmedaillengewinnerin. Ich habe an 40 Wettkämpfen teilgenommen. 2016 war ich die erste afghanische Frau, die eine Silbermedaille gewann. Ich war unglaublich stolz.”

“Bei einem Wettkampf in Afghanistan lernte ich meinen Mann kennen. Er kam, um mich kämpfen zu sehen. Wir verliebten uns, heirateten und bekamen ein gemeinsames Kind. Adriana, unsere Tochter ist heute drei Jahre alt. Sie wurde 2021 in der Türkei geboren.”

Shararah* ist Hazara, eine der größten ethnischen Minderheiten Afghanistans, die von Taliban-Kämpfern verfolgt wird. Sie berichtet auch von der Unterdrückung der Frauen: „Afghanistan ist wegen der Präsenz der Taliban kein sicheres Land für Frauen.“ Sie musste mit ihrem Mann aus Afghanistan fliehen. Ihr Mann fand schließlich in Aksaray in der Türkei Arbeit. Auf ihrer Hand ist eine Uhr tätowiert. Auf die Frage, wofür die Uhr steht, antwortet sie mit einer belegten Stimme und Tränen in den Augen: „Wir haben drei Jahre in der Türkei verbracht, bevor wir versuchten, das Meer zu überqueren. Ich habe dort sehr viel Zeit verloren. Ich konnte nicht trainieren, und nicht mit Muay Thai weitermachen – das Wichtigste in meinem Leben. Ich fühlte mich völlig niedergeschlagen.“  

Shararah* und ihr Mann sparten genug Geld, um die Überfahrt auf dem Meer an Bord eines Fischerbootes zu bezahlen: „Ich hatte das Gefühl, dass wir auf dem Schiff sterben würden. Adriana und ich waren ununterbrochen seekrank und mussten uns übergeben.  

Shararah* hat Pläne für ihre Zukunft: „Ich möchte Ärztin oder Pilotin werden. Das wäre mein Traum. Aber ich werde auch mit Muay Thai weiter machen.“  

Shararah* und 162 andere Überlebende wurden, am 17. Dezember 2024, in Ravenna an Land gebracht.  

*Name geändert, um die Identität der Person zu schützen.  

Die Geschichte von Shararah* wurde am 17. Dezember 2024 von Morgane Lescot an Bord der Ocean Viking aufgenommen.

Bildcredits: Muriel Cravatte / SOS MEDITERRANEE

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