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Libysche Küstenwache feuert Schüsse ab

25
March
2023

Am Morgen des 25. März bedrohte die libysche Küstenwache, die von Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) finanziert, ausgerüstet und ausgebildet wird, die Besatzung des NGO-Rettungsschiffs Ocean Viking mit Schusswaffen, bevor sie etwa 80 Menschen in Seenot in internationalen Gewässern brutal abfing.

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Libysche Küstenwache feuert Schüsse ab

25
March
2023

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Am Morgen des 25. März bedrohte die libysche Küstenwache, die von Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) finanziert, ausgerüstet und ausgebildet wird, die Besatzung des NGO-Rettungsschiffs Ocean Viking mit Schusswaffen, bevor sie etwa 80 Menschen in Seenot in internationalen Gewässern brutal abfing.

Am Morgen des 25. März bedrohte die libysche Küstenwache, die von Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) finanziert, ausgerüstet und ausgebildet wird, die Besatzung des NGO-Rettungsschiffs Ocean Viking mit Schusswaffen, bevor sie etwa 80 Menschen in Seenot in internationalen Gewässern brutal abfing.

Zuvor hatte das zivile Notrufnetzwerk Alarm Phone den Notruf eines Bootes in Seenot in internationalen Gewässern vor Libyen an das Rettungsschiff Ocean Viking von SOS MEDITERRANEE weitergeleitet. Auf dem Weg zu dem Seenotfall erschien das Patrouillenboot 656 der libyschen Küstenwache und kam der Ocean Viking gefährlich nahe. Alle Versuche, die libysche Küstenwache per Funk von der Brücke der Ocean Viking aus zu kontaktieren, blieben unbeantwortet. Die Besatzung des Patrouillenbootes verhielt sich zunehmend aggressiv, drohte mit Schusswaffen und begann, Schüsse in die Luft abzufeuern.

Angesichts der Bedrohung für die Sicherheit der Besatzung entfernte sich die Ocean Viking mit voller Geschwindigkeit, während die libysche Küstenwache weiter in die Luft schoss. Das zivile Überwachungsflugzeug Seabird 2 der NGO Sea Watch beobachtete den Seenotfall und bezeugte, dass zwischenzeitig Menschen von Bord des überfüllten Schlauchbootes gefallen waren. Insgesamt etwa 80 Personen wurden schließlich von der libyschen Küstenwache aufgefangen und nach Libyen zurückgebracht.

Es ist bereits das zweite Mal in diesem Jahr, dass SOS MEDITERRANEE Zeugin wird, wie die libysche Küstenwache die Sicherheit von Menschen in Seenot und der Besatzung der Ocean Viking in Gefahr bringt. Schon im Januar gefährdete die libysche Küstenwache eine laufende Rettungsaktion, indem sie das Such- und Rettungsteam an Bord unserer Rettungsschnellboote daran hinderte, zum Mutterschiff zurückzukehren. Glücklicherweise konnten alle Überlebenden und die Besatzung schließlich an Bord der Ocean Viking gehen.

Es war ein tödliches erstes Quartal des Jahres: Mindestens 410 Menschen sind laut Internationaler Organisation für Migration (IOM) im zentralen Mittelmeer verschollen. Berichte über verheerende Schiffsunglücke haben die Öffentlichkeit erschüttert. Doch als einzige Reaktion auf das anhaltende Sterben im zentralen Mittelmeer sind nur Schüsse zu hören, abgefeuert von Einheiten, die von Mitgliedstaaten der Europäischen Union finanziert und ausgebildet werden.  

SOS MEDITERRANEE verurteilt diese Eskalation der Gewalt und die vorsätzliche Gefährdung Schiffbrüchiger und unserer Besatzung durch die von der EU geförderte libysche Küstenwache. Eine in internationalem Recht und Seerecht verankerte humanitäre Antwort auf das Sterben im zentralen Mittelmeer ist längst überfällig.

Foto: Christian Gohdes / sea-watch.org

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