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Einsatzbericht der Ocean Viking - 387 Menschen gerettet

24
July
2022

Am 18. Juli verließ die Ocean Viking den Hafen von Syracuse. Nach einigen Trainingstagen kam unsere Crew am 24. Juli in drei Rettungen 268 Menschen, darunter über 100 unbegleiteten Minderjährigen, zu Hilfe. Am Tag darauf konnten in zwei weiteren Einsätzen 119 Menschen gerettet werden.

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Einsatzbericht der Ocean Viking - 387 Menschen gerettet

24
July
2022

Heimatland

Rettungsdatum

Alter

Am 18. Juli verließ die Ocean Viking den Hafen von Syracuse. Nach einigen Trainingstagen kam unsere Crew am 24. Juli in drei Rettungen 268 Menschen, darunter über 100 unbegleiteten Minderjährigen, zu Hilfe. Am Tag darauf konnten in zwei weiteren Einsätzen 119 Menschen gerettet werden.

Trotz unserer Bemühungen, dass die 387 Frauen, Männer und Kinder an Bord ausreichend essen und trinken, litten viele aufgrund der Hitze unter Dehydrierung. Am 1. August konnten alle endlich sicher in Salerno, Italien, von Bord gehen. Wir hoffen, dass sie nun die medizinische Hilfe und Unterstützung erhalten, die sie verdienen.

Zuletzt aktualisiert am 02.08.2022 um 07:40 Uhr

1. August:

Die Rettungen der 387 Frauen, Männer und Kinder, die vom Team der Ocean Viking aus Seenot in Sicherheit gebracht wurden, sind endlich abgeschlossen. Sie alle sind heute sicher im Hafen von Salerno, Italien, von Bord gegangen.

31. Juli:

Erleichterung für die Geretteten auf der Ocean Viking: Sie werden endlich an einem sicheren Ort an Land gehen können. Unser Schiff hat Anweisung erhalten, nach Salerno zu fahren.

30. Juli:

Die 387 Frauen, Kinder und Männer auf der Ocean Viking wurden vor fast einer Woche aus Seenot gerettet. Die Situation an Deck kann sich mit der Zeit nur verschlechtern. Sie brauchen und verdienen sofort einen sicheren Hafen.

29. Juli:

Mehr als 300 von der Ocean Viking und Geo Barents gerettete Minderjährige, darunter mehrere Säuglinge unter einem Jahr, warten unter extrem schwierigen Bedingungen auf See darauf, an einem sicheren Ort an Land gehen zu dürfen. Manche Überlebenden haben bereits bis zu 6 Tage auf See verbracht, unter der brennenden Sonne, ohne ausreichend Platz und während schwieriger Nächte, in denen sie auf dem Boden unserer Schiffe schlafen. Jede weitere Stunde des Wartens auf See ist eine zu viel. Die Situation könnte sich rapide verschlechtern, denn das physische und psychische Wohlergehen der Überlebenden steht auf dem Spiel. Schon jetzt nehmen Symptome von Dehydrierung, Erschöpfung und Spannungen auf den Decks unserer Schiffe zu.

Während sie auf die Zuweisung eines sicheren Hafens für die Ausschiffung warten, können unsere Teams nicht auf andere Notrufe reagieren. So werden Menschen in internationalen Gewässern vor Libyen ihrem Schicksal überlassen – auf der seit 2014 gefährlichsten Seemigrationsroute der Welt.

28. Juli:

"Die meisten Kinder wurden auf ihrem Weg von Elternteilen getrennt, was ihnen Angst macht. Ein Kind weint pausenlos und ist verzweifelt. Sie schlafen an Deck um Hitze und Enge zu entkommen. Schlaflosigkeit führt zu immer stärkeren Anzeichen von Angst," sagt die medizinische Teamleiterin Catherine.

25. Juli: 2 Rettungen

5. Rettung: 80 Menschen wurden von einem überfüllten Schlauchboot gerettet, das 40 Seemeilen vor der libyschen Küste Luft verloren hatte. Nach mehr als 10h auf See sind viele erschöpft und zeigen Anzeichen von emotionalem Stress.

4. Rettung in weniger als 24 Stunden: Am Morgen evakuierte unser Rettungsteam 39 Menschen von einem kleinen Glasfaserboot in Seenot in internationalen Gewässern vor Libyen.

Unmittelbar nach jeder Rettung bleibt Riad, kultureller Vermittler, auf dem Deck der Ocean Viking und steht den Überlebenden zur Verfügung.

"Viele der Überlebenden waren erschöpft von der stundenlangen Überfahrt unter der Sonne. Einige Stunden nach der Rettung beginnen einige von ihnen, sich zu öffnen und mir ihre Geschichten zu erzählen. Die meisten von ihnen haben in Libyen schreckliche Dinge erlebt. In der Nacht zwischen dem 24. und 25. Juli konnten mehrere Frauen nicht schlafen. Sie erzählten mir, dass sie durch die Gewalt, die sie in Libyen erlebt hatten, traumatisiert waren und dass die Dunkelheit der Nacht sie beunruhigte, weil viele Entführungen nachts stattfanden. Die Überlebenden erholen sich langsam, sind immer noch müde, aber glücklich und erleichtert, am Leben zu sein.“ 

24. Juli: 3 Rettungen

3. Rettung: Unsere Crew rettete am Abend 73 Menschen, darunter ein 1-jähriges Baby, aus einem seeuntüchtigen Schlauchboot, das bereits an Luft verloren hatte. Es wurde 37 Seemeilen vor der libyschen Küste gefunden, nachdem Alarm Phone einen Notruf gesendet hatte.

2. Rettung: Die Ocean Viking rettete in internationalen Gewässern vor Libyen 108 Menschen, darunter viele Frauen & Kinder. Sie wurden auf einem überfüllten, seeuntüchtigen Schlauchboot gefunden. Nachdem sie stundenlang unter der Sonne auf See waren, sind sie erschöpft.

Omar, Noura und Amadou wurden in dieser Rettung von unserer Crew geborgen. Sie sind alle minderjährig und haben ihre Geschichte unseren Teammitgliedern anvertraut

„Ich habe in Libyen viel gelitten. Im Gefängnis (Anmerkung: Überlebende sprechen oft von Gefängnis und meinen damit ein inoffizielles Internierungslager) wurde ich wie ein Tier behandelt. Als ich mit anderen Menschen floh, rannten wir, aber die Wachen schossen auf uns und zwei Menschen starben. Schließlich gelang mir die Flucht aus Libyen. Aber als ich auf dem Meer war, dachte ich, ich sei verloren. Ich hatte Angst, dass das Boot kentern würde, weil ich nicht schwimmen kann."

Omar, 16 Jahre alt, aus Guinea Conakry

"Ich bin mit 13 Jahren von der Elfenbeinküste geflohen, weil meine Eltern mich gezwungen haben, einen alten Mann zu heiraten, den ich nicht liebte. Ich ging nach Libyen und arbeitete zwei Jahre lang als Dienstmädchen. Es war hart und ich erlebte viel Gewalt. Ich wurde geschlagen und missbraucht. Ich bin erleichtert, dass ich Libyen verlassen habe, aber nachts kann ich immer noch nicht schlafen.  Wenn ich meine Augen schließe, sehe ich all die schrecklichen Dinge, die mir widerfahren sind.“

Noura, 15 Jahre, von der Elfenbeinküste

"Ich konnte meine Familie nicht im Elend leben lassen, denn ich bin der Älteste meiner Geschwister. Also machte ich mich auf den Weg und durchquerte Mali und Algerien. Die Reise war schrecklich. Als ich an der Grenze zu Libyen ankam, wurden die Frauen, mit denen ich unterwegs war, alle von bewaffneten Männern vergewaltigt. Es geschah vor meinen Augen; ich konnte nichts tun. Ich konnte nur weinen."

Amadou, 5 Jahre, von der Elfenbeinküste

1. Rettung: Am Morgen entdeckte die Ocean Viking in internationalen Gewässern vor Libyen ein überfülltes Schlauchboot in Seenot, auf dem niemand eine Rettungsweste trug. Unsere Crew konnte 87 Personen, darunter 57 unbegleitete Minderjährige, retten.

Weitere Informationen zu unserem Einsatz findet ihr bei Twitter oder auf unserem Online-Logbuch. Über unseren Newsletter erhaltet ihr regelmäßig Neuigkeiten zu unserer lebensrettenden Arbeit im zentralen Mittelmeer.

Fotonachweise: Lucille Guenier / SOS MEDITERRANEE

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