No items found.
Zurück

Wir gingen schwarz gekleidet auf die Straße, um zu protestieren.

7
March
2025

Aisha wurde am 20. Januar gemeinsam mit ihrer einjährigen Tochter aus einem überfüllten Schlauchboot in der libyschen Such- und Rettungsregion evakuiert.

Zurück

Wir gingen schwarz gekleidet auf die Straße, um zu protestieren.

Aisha

Heimatland

Kamerun

Rettungsdatum

20
January
2025

Alter

39

Aisha wurde am 20. Januar gemeinsam mit ihrer einjährigen Tochter aus einem überfüllten Schlauchboot in der libyschen Such- und Rettungsregion evakuiert.

Aisha*, 39, stammt aus Douala, Kamerun. Sie setzte sich gegen die Gewalt an Frauen in dem vom Krieg gezeichneten englischsprachigen Regionen im Land ein. Wegen ihrer Tätigkeiten als Frauenrechtsaktivistin wurde sie verhaftet und gefoltert und musste daraufhin das Land verlassen. Ihr Exil führte sie zunächst nach Russland, bevor sie versuchte, in Libyen ein neues Leben aufzubauen.

Aisha wurde am 20. Januar gemeinsam mit ihrer einjährigen Tochter aus einem überfüllten Schlauchboot in der libyschen Such- und Rettungsregion evakuiert.

“Mein Name ist Aisha. Ich komme aus Douala in Kamerun. Ich bin 39 Jahre alt und fliehe mit meiner einjährigen Tochter aus Libyen.

Ich musste mein Land verlassen, weil ich verfolgt und gefoltert wurde, nachdem ich während der March 8 in Black-Bewegung gegen die Gewalt an Frauen in den anglophonen Konfliktregionen Kameruns protestiert hatte.

Damals arbeitete ich in einem kleinen Laden, war aber auch in einer Hilfsorganisation aktiv, die Menschen unterstützte, die vom Konflikt betroffen waren. Ich sah Frauen und Kinder, die in der Wildnis auf dem Boden schliefen, auf der Flucht vor der Gewalt. Mit meiner Organisation versuchten wir, ihnen so gut wie möglich zu helfen.

Der 8. März ist der Internationale Frauentag. Gemeinsam mit anderen Frauen aus meiner Organisation gingen wir schwarz gekleidet auf die Straße, um zu protestieren. An diesem Tag rief die Frau des Präsidenten dazu auf, farbenfrohe Stoffe zu tragen, um zu feiern. Doch für meine Kolleginnen und mich war es undenkbar, Farben und Stoffe zu feiern, während so viele Frauen und Kinder litten.

Nach dem Protest wurde ich verhaftet, ins Gefängnis geworfen und gefoltert. Nach einigen Tagen wurde ich freigelassen, doch sobald ich draußen war, wurde ich bedroht. Mein Foto, zusammen mit den Bildern der anderen Frauen, die protestiert hatten, hing in der Polizeistation.

Dank eines Kontakts gelang mir die Flucht nach Russland, wo ich einige Monate blieb. Dann kehrte ich über Ghana mit einem Boot nach Kamerun zurück... Doch die Verfolgung hörte nicht auf.

Ich entschied mich, endgültig zu fliehen. Zunächst ging ich in den Tschad, wo ich Frauen traf, die mir sagten, dass ich in Libyen Arbeit finden könnte. Dort arbeitete ich als Haushälterin und kümmerte mich um Kinder. Dort lernte ich auch den Vater meiner Tochter kennen.“

Doch das Leben in Libyen war ein Albtraum. Ich erlitt extreme Gewalt. Also entschied ich mich, erneut zu fliehen – diesmal über das Mittelmeer.

Der Erfahrungsbericht wurde von Lucille Guenier gesammelt.

*Name geändert, um die Identität der Person zu schützen.

‍

Credits Titelbild: Max Cavallari / SOS MEDITERRANEE

Credits Bild: Lucille Guenier / SOS MEDITERRANEE

‍

AKTUELLES

Menschen berichten
28.9.2026

Alif*: “Ich habe überlebt, aber innerlich fühle ich mich immer noch nicht frei.”

Alif* ist ein unbegleiteter Minderjähriger aus Bangladesch, der sexualisierte, physische und psychische Gewalt in Libyen erleben musste. Er wurde von der Ocean Viking aus Seenot gerettet und an Bord medizinisch versorgt.
Menschen berichten
Menschen berichten
21.9.2026

Ayman*: „Ich versuchte viermal, das Mittelmeer zu überqueren."

Ayman* ist 20 Jahre alt und kennt kaum ein Leben ohne Flucht. Als Kind floh er mit seiner Familie aus dem Südsudan in den Sudan, wo er aufwuchs. Doch als auch dort der Krieg ausbrach, sah er sich erneut zur Flucht gezwungen. Nach vier Versuchen schaffte er schließlich die Überfahrt von Libyen nach Italien.
Menschen berichten
Themen
21.9.2026

(Zivile) Seenotrettung: Kein Ersatz für eine friedensorientierte Politik

Frieden bedeutet mehr als die Abwesenheit von Krieg. Zum Internationalen Tag des Friedens erklärt SOS MEDITERRANEE, warum Seenotrettung dazugehört und warum es politische Verantwortung für Menschen auf der Flucht braucht.
Themen

BLEIB INFORMIERT

Abonniere jetzt unseren Newsletter für Einblicke in die Rettungseinsätze der Ocean Viking, Einladungen zu Aktionen und aktuellen Infos zur Lage im Mittelmeer!

Mit dem Klick auf Abonnieren bestätigst Du, dass Du unseren Datenschutzerklärung zustimmst.
Thank you! Your submission has been received!
Oops! Something went wrong while submitting the form.