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Ein Toter und ein erneuter Angriff auf ein Rettungsschiff

13
May
2026

Bei einem Rettungseinsatz im zentralen Mittelmeer hat die Besatzung der Ocean Viking heute einen verstorbenen Mann an Bord genommen. Überlebende berichten, er sei bereits in Libyen schwer misshandelt worden. Es ist der jüngste Fall in einer Reihe von Eskalationen, auf die Europa keine Antwort findet.

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Ein Toter und ein erneuter Angriff auf ein Rettungsschiff

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May
2026

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Bei einem Rettungseinsatz im zentralen Mittelmeer hat die Besatzung der Ocean Viking heute einen verstorbenen Mann an Bord genommen. Überlebende berichten, er sei bereits in Libyen schwer misshandelt worden. Es ist der jüngste Fall in einer Reihe von Eskalationen, auf die Europa keine Antwort findet.

Bei einem Rettungseinsatz im zentralen Mittelmeer hat die Besatzung der Ocean Viking heute einen verstorbenen Mann an Bord genommen. Überlebende berichten, er sei bereits in Libyen schwer misshandelt worden. Es ist der jüngste Fall in einer Reihe von Eskalationen, auf die Europa keine Antwort findet.

Berlin, 13. Mai 2026 – Am heutigen Morgen rettete die Besatzung der Ocean Viking 56 Menschen aus einem überfüllten Schlauchboot in der libyschen Such- und Rettungsregion. Einer der Männer an Bord war in eine Wolldecke gehüllt und bewusstlos. Das Team versuchte ihn zu reanimieren. Trotz aller Bemühungen wurde der Mann kurz darauf für tot erklärt. Seine Leiche wurde an Bord der Ocean Viking gebracht.

Nach Aussagen der Überlebenden stammt der Verstorbene aus Bangladesch. Sie berichten, er sei vor dem Ablegen in Libyen schwer geschlagen und Gewalt ausgesetzt worden. Die Überlebenden hatten nach eigenen Angaben einen Tag auf See verbracht, bevor sie von der Ocean Viking evakuiert wurden. Viele litten unter der Kälte und werden derzeit an Bord medizinisch versorgt.

Gewalt gegen Rettungsschiffe: kein Einzelfall

Dieser Einsatz findet in einem Kontext statt, der sich weiter zuspitzt. Vor wenigen Tagen wurde das Rettungsschiff Sea-Watch 5 im selben Einsatzgebiet von den libyschen Küstenwachen angegriffen. Im August 2025 stand die Ocean Viking selbst unter Beschuss.  Die Muster wiederholen sich: Gewalt gegen zivile Seenotrettung, Tote an Bord, Überlebende mit Spuren von Misshandlung in libyschen Lagern.  

SOS MEDITERRANEE fordert ein sofortiges Ende der EU-Zusammenarbeit mit den libyschen Küstenwachen. Die Auslagerung von Grenzsicherung an Akteure, die systematisch Menschenrechtsverletzungen begehen, macht Europa mitverantwortlich für das, was Menschen vor ihrer Abfahrt widerfährt und dafür, was auf See geschieht. 2026 verzeichnet bereits jetzt den tödlichsten Jahresbeginn, der je im zentralen Mittelmeer dokumentiert wurde. Solange die EU diese Politik fortsetzt, sind Menschen auf dem Mittelmeer der Gewalt der libyschen Küstenwachen ausgesetzt.

Auf dem Weg an Land

Die Ocean Viking befindet sich derzeit auf dem Weg nach Ravenna, wohin sie als sicherer Hafen zugewiesen wurde. An Bord befinden sich insgesamt 131 Menschen, 75 aus einem Einsatz vom 12. Mai sowie die 56 heute Geretteten. Die Anlandung ist für den 16. Mai geplant.

Der gesamte Einsatz ist im Einsatzbericht nachzulesen.

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