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Ayman*: "Ich versuchte viermal, das Mittelmeer zu überqueren."

21
September
2026

Ayman* ist 20 Jahre alt und kennt kaum ein Leben ohne Flucht. Als Kind floh er mit seiner Familie aus dem Südsudan in den Sudan, wo er aufwuchs. Doch als auch dort der Krieg ausbrach, sah er sich erneut zur Flucht gezwungen. Nach vier Versuchen schaffte er schließlich die Überfahrt von Libyen nach Italien.

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Ayman*: "Ich versuchte viermal, das Mittelmeer zu überqueren."

Ayman*

21
September
2026

Heimatland

Sudan

Rettungsdatum

18
July
2026

Alter

20

Ayman* ist 20 Jahre alt und kennt kaum ein Leben ohne Flucht. Als Kind floh er mit seiner Familie aus dem Südsudan in den Sudan, wo er aufwuchs. Doch als auch dort der Krieg ausbrach, sah er sich erneut zur Flucht gezwungen. Nach vier Versuchen schaffte er schließlich die Überfahrt von Libyen nach Italien.

Ayman* ist 20 Jahre alt und kennt kaum ein Leben ohne Flucht. Als Kind floh er mit seiner Familie aus dem Südsudan in den Sudan, wo er in einem Flüchtlingslager aufwuchs. Als dort auch Krieg ausbrach, machte er sich allein auf den Weg nach Libyen. Nach drei Jahren voller Unsicherheit und vier Versuchen, das Mittelmeer zu überqueren, erreichte er schließlich Europa.

Kindheit im Sudan

"Ich wurde im Südsudan geboren, wo meine Eltern in der Armee dienten. Als ich zwei Jahre alt war, zogen wir an den Heimatort meines Vaters in eine Stadt namens Renk. Sein Einkommen reichte nicht aus, um die Familie zu versorgen. Daher verkaufte meine Mutter auf der Straße Brennholz, um zum Lebensunterhalt beizutragen.

So lebten wir bis 2013, als sich die politische Lage im Südsudan verschlechterte. Im Jahr 2014 floh meine Familie in den Sudan. Dort wuchs ich neun Jahre lang in einem Flüchtlingslager auf und war auf die Unterstützung von Nichtregierungsorganisationen wie der IOM angewiesen, die uns mit Lebensmitteln wie Mais und Linsen versorgten.

2023 erreichte der Krieg auch den Sudan. Meine Eltern wurden älter, waren arbeitslos und konnten uns vier Kinder nicht mehr unterstützen. Außerdem gab es für uns als Geflüchtete keine Sicherheit mehr. Deshalb machte ich mich auf den Weg nach Libyen."

Drei harte Jahre in Libyen

"Als ich dort ankam, hatte ich nicht genug Geld, um in den Norden des Landes zu reisen. Es war Ramadan. Ich traf einen Mann, der Ziegen mit einem Lastwagen transportierte, und bot ihm meine Hilfe im Austausch für eine Mitfahrgelegenheit nach Norden an. Wir waren fünf Tage lang unterwegs. Meine Aufgabe bestand darin, darauf zu achten, dass die Schafe während der Fahrt stehen blieben und sich nicht hinlegten.

Ich verbrachte drei schwere Jahre in Libyen. Dort war ich starkem Rassismus gegenüber Schwarzen ausgesetzt und hielt mich mit unregelmäßigen Gelegenheitsarbeiten über Wasser. Menschen verschiedener Nationalitäten versammelten sich unter einer Brücke, und Libyer kamen dorthin, um ein oder zwei Arbeiter für Reinigungsarbeiten oder andere kurzfristige Tätigkeiten zu suchen. Wir verdienten etwa 20 Dinar pro Tag, aber die Arbeit war nie regelmäßig. An einem Tag fand man vielleicht Arbeit, am nächsten nicht. Weil ich die 15.000 Dinar (über 2.000 Euro) für die Überfahrt nach Europa nicht aufbringen konnte, brachte ich mir den Umgang mit GPS-Geräten bei, um diese Kenntnisse gegen eine kostenlose Überfahrt einzutauschen."

Vier Versuche, nach Europa zu kommen

"Ich versuchte viermal, das Mittelmeer zu überqueren. Der erste Versuch scheiterte, weil das Schlauchboot Wasser aufnahm und wir umkehren mussten.

Beim letzten Mal verließen wir Libyen nachts. Die Person, die das Boot steuerte, sagte uns, wir sollten zunächst in Richtung Tunesien fahren und dann nach Norden abdrehen. Wir gelangten in tunesische Gewässer und trafen auf die tunesischen Behörden. Sie teilten uns mit, dass wir dort nicht bleiben könnten. Entweder sollten wir weiterfahren oder sie würden uns zurückbringen. Also setzten wir unsere Fahrt fort.

Dann stellten wir fest, dass wir auf Lampedusa zusteuerten. Doch die Wellen wurden immer höher, und das GPS funktionierte nur noch eingeschränkt. Wir verloren die Orientierung und trieben zwei Nächte lang auf dem Meer, bis wir schließlich gerettet wurden.

Nun fahren wir nach Italien. Mein Traum für die Zukunft ist es, zu studieren, Basketball zu spielen und meine Familie zu unterstützen."

*Name zum Schutz des Überlebenden geändert.

Fotocredit: Maria Giulia Trombini / SOS MEDITERRANEE

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