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Qamar*: „Wir waren so glücklich, als wir erkannten, dass es ein Rettungsschiff war“

2
September
2026

Qamar* stammt aus dem Sudan. Er geht nach Libyen, um seine Familie während des Bürgerkriegs im Sudan finanziell zu unterstützen. Er sparte Geld, um sich die Überfahrt nach Europa leisten zu können. Denn Libyen ist nicht sicher.

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Qamar*: „Wir waren so glücklich, als wir erkannten, dass es ein Rettungsschiff war“

Qamar*

2
September
2026

Heimatland

Sudan

Rettungsdatum

05
March
2026

Alter

24

Qamar* stammt aus dem Sudan. Er geht nach Libyen, um seine Familie während des Bürgerkriegs im Sudan finanziell zu unterstützen. Er sparte Geld, um sich die Überfahrt nach Europa leisten zu können. Denn Libyen ist nicht sicher.

Qamar* ist 24 Jahre alt und stammt aus Darfur im Sudan. Als 2023 der Bürgerkrieg ausbricht, studiert er noch in Khartum. Doch die Gewalt verändert alles.  

Der Bürgerkrieg im Sudan bricht 2023 zwischen den sudanesischen Streitkräften (SAF) und den „Rapid Support Forces“ (RSF) aus, einer paramilitärischen Gruppe, die dafür bekannt ist, Menschen gewaltsam in ihre Reihen zu zwingen, zu töten und Hunger und Vergewaltigung als Kriegswaffen einzusetzen. Nach Angaben der Vereinten Nationen weisen die Massenmorde Merkmale auf, die auf einen Völkermord hindeuten.  

Warum Qamar den Sudan verließ

„Ich komme aus der ländlichen Gegend von Nyala in der Region Darfur im Sudan.“  Als der Krieg 2023 ausbrach, studierte Qamar* Soziologie und Wirtschaftswissenschaften in der Hauptstadt Khartum. Er beschloss, sein Studium abzubrechen, um in der Nähe seiner Familie zu sein.  

„Ich bin der zweite Sohn in einer Familie mit elf Kindern und hatte das Gefühl, ich müsse das Land verlassen, um ihnen allen helfen zu können.“ Er machte sich auf den Weg nach Libyen und fuhr mehrere Tage lang in überfüllten Autos durch die Wüste. Irgendwann verloren sie das Auto, das die Lebensmittel und das Wasser transportierte. Nur durch einen Glücksfall begegneten sie in der Wüste einem anderen Auto.  Dessen Insassen teilten, was sie hatten. Es reichte aus, um zu überleben.

Seine Zeit in Libyen

In Libyen angekommen, arbeitete Qamar* ein Jahr lang im Süden, in Al Kufra, bevor er genug verdient hatte, um seine Reise fortzusetzen. Er arbeitete als Klempner. Es gelang ihm, bis nach Tripolis zu kommen. „Ich wollte meiner Familie Geld schicken, und gleichzeitig musste ich Geld sparen, um zu versuchen, nach Europa zu gelangen, denn Libyen ist überhaupt nicht sicher.“ Nach einiger Zeit hatte er genug gespart, um sich die Überfahrt in einem Schlauchboot leisten zu können.  

Die Überfahrt

Sie hatten nur ein bisschen Wasser, ein paar Kanister Benzin und etwas zu essen dabei. Nach einem Tag stellte der Motor den Betrieb ein. Sie trieben durch die hohen Wellen.  

„Als wir ein Licht in der Dunkelheit sahen, versuchten wir, den Motor wieder zum Laufen zu bringen, und er lief eine Weile, also steuerte ich auf das Licht zu. Wir wussten nicht, ob es die libyschen Küstenwachen oder ein anderes Boot war, das uns retten könnte, also hatten wir große Angst, aber es war entweder das oder der Tod. Wir waren so glücklich, als wir merkten, dass es ein Rettungsschiff war – das ließ uns alles vergessen, was wir durchgemacht hatten.“  

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*Name zum Schutz des Überlebenden geändert.

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Fotocredit: Ville Maali / SOS MEDITERRANEE

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