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Freispruch nach neun Jahren: Gericht in Catania spricht Besatzungsmitglied der Aquarius frei

10
July
2026

Das Strafgericht von Catania hat einen ehemaligen Mitarbeiter von SOS MEDITERRANEE und weitere Crewmitglieder der Aquarius freigesprochen — nach neun Jahren Verfahren wegen angeblichen illegalen Abfallhandels. Der Fall steht exemplarisch für die systematische Kriminalisierung ziviler Seenotrettung.

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Freispruch nach neun Jahren: Gericht in Catania spricht Besatzungsmitglied der Aquarius frei

10
July
2026

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Das Strafgericht von Catania hat einen ehemaligen Mitarbeiter von SOS MEDITERRANEE und weitere Crewmitglieder der Aquarius freigesprochen — nach neun Jahren Verfahren wegen angeblichen illegalen Abfallhandels. Der Fall steht exemplarisch für die systematische Kriminalisierung ziviler Seenotrettung.

Italien, 10. Juni 2026 - Neun Jahre nach Einleitung eines langwierigen Gerichtsverfahrens gegen Mitarbeiter*innen von zivilen Such- und Rettungsorganisationen, darunter ein Mitglied von SOS MEDITERRANEE, hat das Strafgericht von Catania unseren Kollegen und andere ehemalige Crewmitglieder der „Aquarius“ Anfang dieser Woche von den Vorwürfen im Zusammenhang mit angeblichen illegalen Aktivitäten und illegalem Abfallhandel freigesprochen.  

Der Fall folgte einer langwierigen Untersuchung der Staatsanwaltschaft Catania zur Entsorgung von Abfällen an Bord, insbesondere von Kleidung der Überlebenden und von Abfällen, die im Rahmen medizinischer Maßnahmen während der Einsätze der „Aquarius“ in den Jahren 2017 und 2018 entstanden waren. Die Staatsanwaltschaft stufte diese Gegenstände als infektiösen Sanitärmüll ein, der einer besonderen Behandlung bedarf – eine Einstufung, die SOS MEDITERRANEE stets angefochten hat.  

SOS MEDITERRANEE ist erleichtert über diese Entscheidung, auch wenn sie die Organisation und ihre Mitarbeiter*innen über viele Jahre hinweg erheblich belastet hat. Gleichzeitig bekräftigen wir unser langjähriges Vertrauen in die Professionalität unserer Crews und in die vollständige Einhaltung aller geltenden maritimen, umweltrechtlichen und sonstigen relevanten Standards in unseren Einsätzen.  

Dieser Fall ist ein weiteres Beispiel dafür, wie italienische Regierungen das Gesetz manipulieren und Verwaltungsvorschriften instrumentalisieren, um die lebensrettenden Einsätze von zivilen Such- und Rettungsorganisationen, die im zentralen Mittelmeer tätig sind, zu schikanieren, zu behindern und zu kriminalisieren.  

Credits: Tess Barthes / SOS MEDITERRANEE

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